Veranstaltungswirtschaft in Coronazeiten

Kleine und mittelständische Unternehmen brauchen Planungssicherheit

Der Bundestagsabgeordnete Dr. Joe Weingarten hat sich erneut mit Vertretern der Veranstaltungswirtschaft getroffen: Yvonne Wuttke, die Kulturei Mainz; Tim Sandrock, Geschäftsführer von Flo-Service; Maximilian Dick, Geschäftsführer von Mecovent und Marco Sottile von den Schaustellerbetrieben Sottile & Barth. Zum Ergebnis des Gesprächs sagen sie:

Zentrales Thema des zweiten Treffens waren die Hilfen des Bundes für kleine und mittelständische Unternehmen. Der Bund hat rund 25 Milliarden Euro zu diesem Zweck bereitgestellt. Von dem Geld war aber Ende des vergangenen Monats nur ein Bruchteil abgerufen worden.

Der Bedarf bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen ist da“, sagt Weingarten. „Ich habe daher in dieser Frage Wirtschaftsminister Peter Altmaier angeschrieben. Wir brauchen einen einfacheren Zugang und eine effektivere Verteilung des Geldes, um so viele Strukturen und Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.“

Die Hilfen für kleine und mittelständische Unternehmen sind für Weingarten ein wichtiges Thema in der Veranstaltungswirtschaft: „Die Hilfen können den Umsatzverlust nicht ausgleichen, sondern sie dienen dazu, eine schwierige Zeit zu überbrücken, um Strukturen und Arbeitsplätze zu retten.“

Aktuell steht die Frage an, ob die Hilfen verlängert werden. Die Runde sprach sich dafür aus. „Ein richtiger Schritt wäre es, die Hilfen bis zum Jahresende zu verlängern“, sagt Weingarten. „Besser wäre es aber, wenn der Bund Planungssicherheit schafft und die Hilfen auch über das Jahresende hinaus verlängert.“

Die Zuschüsse sind und waren eine wichtige Hilfe, um durch die schwere Zeit zu kommen“, sagt Sandrock. Allerdings seien sie nur ein Ersatz: „Uns ist wichtig, dass wir wieder arbeiten können.“ Der Auftrag an die Politik sei, Veranstaltungen unter den notwendigen Hygieneauflagen zu ermöglichen. Sottile: „Dass dies möglich ist, beweisen wir, wenn wir die Chance dazu erhalten. Von Profis organisierte Veranstaltungen sind bisher nicht zu Spreading-Ereignissen ausgeartet.“

Thema des letzten Treffens im Juli war bereits die damals mangelhafte Bereitschaft von Verwaltungen, Veranstaltungen mit einem gut tragenden Hygienekonzept zu geneh­migen. In Gesprächen mit Verwaltungen im Wahlkreis Bad Kreuznach und Birkenfeld sei er mit diesem Anliegen auf Verständnis gestoßen, berichtete Weingarten der Runde. So sei eine Belebung des gesellschaftlichen Lebens erfolgt. Allerdings könne dieses angesichts der Gefährlichkeit des Corona-Virus nicht so sein, wie in normalen Zeiten: Veranstaltungen sind nur mit klaren und konsequent umgesetzten Hygienekonzepten möglich,“ erklärt der Abgeordnete.

Dick warb dafür, diesen Weg nicht zu verlassen: „Die Entscheidungen der Verwaltung müssen verhältnismäßig sein. Es ist niemandem zu vermitteln, wenn Treffen mit einem sinnvollen Hygienekonzept nicht erlaubt werden, während sich bei anderer Gelegenheit Menschen unter Bedingungen treffen, die eine Verbreitung des Virus fördern.“

Es gibt ein Bedürfnis, sich zu treffen und auch zu feiern, ist sich die Runde einig. „Es ist besser, diese Treffen so zu organisieren, dass sie unter entsprechenden Hygieneregeln möglich werden, deren Einhaltung von Profis garantiert wird“, sagt Wuttke. Diese Profis fänden sich in der Veranstaltungswirtschaft.

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