Das ist mir zum Thema Rente wichtig!

Veranstaltung Rente mit Andrea Nahles am 04. August 2017 – Positionen JW zum Thema Rente für Einladungsflyer

Dr. Joe Weingarten: Das ist mir zum Thema Rente wichtig!

Eine verlässliche Rente ist nicht nur für die Alterssicherung des Einzelnen von Bedeutung. Sie ist auch wichtig für das Vertrauen der Menschen in unseren Sozialstaat. Deswegen darf es keine Rentenpolitik geben, die nur das nächste Jahrzehnt abdeckt: weil wir das Vertrauen älterer und junger Menschen in die Rentenversicherung erhalten wollen. Dieses Vertrauen erhalten wir aber nur, wenn die Rentenhöhe und die Beiträge der Versicherten und der Arbeitgeber verlässlich und akzeptabel sind.

Ich bin für die beitragsbezogene Rente und gegen Einheitsrenten für Alle. Die Höhe der Rente muss die Lebensleistung eines Berufslebens widerspiegeln. Gleichzeitig muss ein Mindestniveau sichergestellt werden, das ein angemessenes Leben im Alter ermöglicht. Und wir müssen den jungen Menschen die Gewissheit geben, dass das Problem nicht auf ihre Kosten gelöst wird: die Beiträge dürfen nicht so hoch werden, dass die Beitragszahler kein Verhältnis zu ihren Zahlungen mehr sehen. Deshalb müssen wir:

  • vernünftige Altersgrenzen beibehalten. Zwangsweises Arbeiten für Alle bis 70 ist Unsinn (Wer möchte, sollte das aber tun dürfen, Flexibilisierung halte ich für gut);
  • Altersarmut bekämpfen. Wir brauchen eine vernünftige Grundsicherung.
  • Steuermittel einsetzen. In den vergangenen Jahrzehnten sind viele Kosten auf die Rente verlagert worden, die damit eigentlich gar nichts zu tun haben, zuletzt die Mütterrente. Deswegen ist es angemessen, neben den Beiträgen der Versicherten und der Arbeitgeber auch Steuermittel zur Stabilisierung der Rente einzusetzen.

Deswegen stehe ich hinter dem Rentenplan der SPD mit zwei Kernpunkten:

  • einer Stabilisierung des Rentenniveaus bei mindestens 48 % und
  • einem Beitragssatz von nicht höher als 22 %.

Das wird Zuzahlungen in Milliardenhöhe aus Steuermitteln erfordern. Aber es ist fair gegenüber allen Beteiligten. Und es ist ehrlicher als die Politik von CDU/ CSU, die das Problem einfach verdrängen und von Expertenkommissionen in Hinterzimmern lösen will. Nein! Rentenhöhe und Beitragssätze sind politische Entscheidungen. Ich möchte, dass diese Entscheidungen für die Versicherten, für die Unternehmen und für die Beitragszahler fair und offen getroffen werden.

Und wir müssen noch weiter denken:

Bessere Arbeitsbedingungen in Zusammenhang mit Familienbetreuung, um insbesondere Frauen höhere eigene Renten zu ermöglichen, weitere Qualifizierungen, um den Herausforderungen der Digitalisierung zu begegnen und gute Löhne durch eine vernünftige Tarifpolitik gehören zur Zukunftssicherung der Rente in den Jahren nach 2030 dazu – das sind wir unseren Kindern und Enkeln schuldig!

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